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Sekundärprävention von Alkoholfolgeschäden

Zu den relevanten gesellschaftlichen Lebensbereichen, die durch Alkoholkonsum beeinträchtigt sind, gehören Familie, Arbeitsplatz, Sozial- und Gesundheitswesen, Polizei und Justiz. Diese Bereiche sind somit wichtige Akteure im präventiven Handeln. Sekundärprävention befähigt diese Systeme, nachhaltig und konstruktiv mit alkohol- und drogenbedingten Störungen umzugehen.

Drei Strategien
Bei den Begriffen Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention geht es um Interventionen, die alle auf eine Veränderung des Verhaltens zielen. Die Strategien dieser Interventionen werden nach dem Grad der Gesundheitsbeeinträchtigung unterschieden

Primärprävention beim Substanzkonsum richtet sich an gesunde Menschen oder solche mit kleinem Risiko. Sie will Umweltbelastungen reduzieren, Massnahmen treffen und Fertigkeiten vermitteln, welche das Auftreten neuer Störungen in einer Population verringern. Die Interventionen setzen immer ein, bevor es zur Manifestation von Störungen kommt. Ihre Wirksamkeit kann vor allem bei strukturellen und gesetzlichen Massnahmen nachgewiesen werden.

Sekundärprävention bedeutet Früherkennung und Früherfassung von Störungen mit oder ohne Krankheitswert. Diese Intervention unterscheidet sich wesentlich von der Primärprävention. Einmal dadurch, dass sie sich nicht mehr grundsätzlich an alle, sondern an gefährdete Personen richtet und dadurch, dass sie zeitlich später erfolgt. Die Art des Vorgehens weist beraterische, betreuende, aber auch kontrollierende und vernetzende Aspekte auf. Sekundärprävention impliziert somit ein aktives Zugehen auf die Zielgruppe. Zur Kontrolle der Wirksamkeit gibt es verschiedene Indikatoren, weil die Intervention nach dem Auftreten von Störungen erfolgt ist.

Tertiärprävention meint die Behandlung der Erkrankung. Behandlung erfolgt im Auftrag des Patienten. Bei jeder Erkrankung verbessert die Früherkennung den Verlauf und / oder die Prognose oder der Krankheitsprozess wird gestoppt.

Methoden
Im Sinne der Organisationsentwicklung orientiert sich die Sekundärprävention an strukturellen Gegebenheiten und entwickelt zusammen mit Auftraggebenden Projekte und Methoden zur Früherkennung, Risikominderung und Gesundheitsförderung im Zusammenhang mit Alkoholkonsum.

Durch Organisationsentwicklung werden soziale Systeme befähigt, nachhaltig und für alle Beteiligten konstruktiv mit Alkohol- und Drogen bedingten Störungen umzugehen.

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